20. Juli 2010
Berlin, Bundeshauptstadt, Regierungssitz, Schmelztiegel der Nationen und gleichzeitig mit über 3,4 Millionen Einwohnern die größte Stadt Deutschlands hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der modernsten und kulturell vielfältigsten Metropolen weltweit entwickelt. Aufgrund des gut ausgebauten modernen Nahverkehrsnetzes, zahlreicher Parks und Grünanlagen sowie einer großen Anzahl an nationalen und internationalen Großkonzernen, bietet die Stadt trotz der urbanen Dichte eine angenehme Lebensqualität.
Auch wenn die Stadt derzeit unter einer hohen Arbeitslosenquote leidet sind die Karrieremöglichkeiten in Berlin, vor allem im Dienstleistungsbereich, ausgezeichnet und deutlich besser als im ländlichen Raum. Die hohe Konzentration an Bildungs- und Forschungseinrichtungen mit rund 750 Schulen sowie 31 Universitäten und Hochschulen bietet diverse Qualifikationsmöglichkeiten verschiedenster Ausprägung.
Berlin ist in 12 Stadtbezirke und 95 Ortsteile unterteilt. Im allgemeinen Sprachgebrauch und vor allem bei Touristen finden die Namen der einzelnen Bezirke eine häufige Verwendung und prägen den Charakter der Hauptstadt.
Das kulturelle Angebot ist sehr vielfältig. Theater, Konzerte, Museen, historischen Bauwerke sowie Sportveranstaltungen prägen das kulturelle Leben der Stadt genauso wie die zahlreichen Parks, Zoos und botanischen Gärten.
Im Rahmen der Umstrukturierung der Stadt in der jüngsten Geschichte hat sich vor allem die Wohnsituation deutlich verbessert. Heutzutage kann man die richtige Wohnung in Berlin mieten, ohne viel zu bezahlen. Von der WG über die einfache Stadtwohnung bis hin zu Penthouses und Villen findet man alles, was das Herz begehrt. Wohnen in Berlin bietet vor allem Familien mit Kindern optimale Voraussetzungen. Schulen, Spielplätze, Grünanlagen und Sporteinrichtungen sind durch den öffentlichen Nahverkehr innerhalb weniger Minuten zu erreichen und viele soziale Projekte unterstützen Familien im alltäglichen Leben.
Berlin hat sich zu dem Anziehungspunkt in Deutschland überhaupt entwickelt. Und nicht zuletzt die alteingesessenen Berliner mit ihrer Berliner Mundart tragen wesentlich dazu bei, dass Berlin seinen eigenwilligen Charme trotzdem immer bewahrt hat.
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12. Mai 2010
Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges und dem Sieg Preußens und seiner süddeutschen Verbündeten konnte Otto von Bismarck, Kanzler des Norddeutschen Bundes sein politisches Ziel einer kleindeutschen Lösung unter preußischer Führung erreichen. Die süddeutschen Staaten traten (ohne Österreich) dem Norddeutschen Bund bei. Es entstand 1871 das Deutsche Reich. Im Spiegelsaal von Versailles wurde Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser gekrönt, Bismarck wurde Reichskanzler und die preußische Hauptstadt Berlin wurde zur Hauptstadt des jungen Reichs.
Dieses Berlin an der Spree war mittlerweile durch die Industrielle Revolution zu einer Großstadt mit fast einer Million Einwohnern angewachsen. Schon lange war die Infrastruktur diesem Wachstum nicht hinterher gekommen. Große Investitionen waren nötig. Von 1873 bis 1893 wurde Berlin daher mit einer Kanalisation ausgestattet. Der Besitz und die Verwaltung der innerstädtischen Straßen und Brücken ging vom preußischen Staat auf die Stadt über.
Die Stadtentwicklung war in Berlin stets ein strittiges Thema. Das schnelle Wachstum mit ausgedehnten Mietskasernen für Arbeiter um die Innenstadt herum einerseits, und ebenso ausgedehnte Villenviertel anderseits im Westen und Südwesten der Stadt, brachten Berlin das Image einer modernen Retortenstadt ein – Wien dagegen galt als traditionsreicher und kulturbewußter.
Doch der Ausbau zur Metropole ging in Berlin weiter: 1884 begann der Bau des Reichstags, den man zehn Jahre später am 5. Dezember 1894 fertigstellte.
1896 war der innerstädtische Verkehr bereits auf immense Dimensionen angewachsen. Zur Bewältigung begann man mit dem Bau der U-Bahn, die Vorortbahnstrecken waren in den Jahren zuvor bereits kontinuierlich erweitert worden. Viele von Berlin ausgehende Eisenbahnstrecken hatten eigene Gleise für den Vorortverkehr erhalten. Die erste elektrische U-Bahnlinie konnte dann 1902 eröffnet werden. Der als Hochbahn errichtete Abschnitt zwischen dem Stralauer Tor und dem Zoologischen Garten ging als erster in Betrieb. Der Ausbau der Vorortstrecken zur ebenfalls elektrischen S-Bahn erfolgte erst nach dem Ersten Weltkrieg.
Dafür erreichte 1909 ein anderes modernes Verkehrsmittel Berlin. In Johannisthal eröffnete der erste Motorflugplatz in Deutschland.
Politisch war der Berliner Raum bis hierhin immer noch zersplittert. Neben Alt-Berlin gab es nachwievor selbstständige Städte wie Spandau, Charlottenberg, Schöneberg und Neukölln. Zur Koordinierung von Infrastrukturmaßnahmen gründete man jedoch 1911 der Zweckverband Groß-Berlin. Nach dem Weltkrieg war der Weg frei für die Gründung der Stadtgemeinde Groß-Berlin mit 4 Millionen Einwohnern und der 13-fachen Fläche des alten Berlin.
Der Erste Weltkrieg selbst führte in Berlin zu einer Hungersnot. Im Winter 1916/17 hungerten 150.000 Menschen und Streiks brachen aus. Als im Jahr 1918 der Krieg mit einer Niederlage von Deutschland endete, musste Kaiser Wilhelm II. abdanken, die Monarchie ging zu Ende. Der Kommunist Karl Liebknecht und den SPD-Politiker Philipp Scheidemann riefen unabhängig voneinander nach der Novemberrevolution in Berlin die Republik aus. Die darauf folgenden Monaten waren politisch turbulent. Es fanden Straßenkämpfe zwischen den verschiedenen politischen Fraktionen statt. Deutschland wurde damit schlussendlich zur parlamentarisch-demokratischen Republik.
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